Sind Manga jetzt Comics? – Comic Con Berlin 2016

Zu aller erst sollte ich von vornherein sagen: Wer hier einen Bericht erwartet wie es ihn zu einen Teil aller deutschen Conventions, rund um den japanischen Lifestyle, gab wird an dieser Stelle “leider” enttäuscht werden. Eine Comic Con im Programm einer Seite die sich dann eben doch mehr mit Japan beschäftigt, ist schon etwas besonderes. Insofern wird das hier auch etwas besonderes sein.

Wie in jeder Community, gibt es auch in unserer eine Menge bekannter Gesichter. Leute die man eben öfters sieht. Leute die sich mit der Szene und dem Hobby genauer auskennen und nahezu auf fast jeder Convention sind rund um den Otaku-Stuff. Genau dann wundert es einen dann doch, wenn sich diese Kenner, dann dazu äußern auf einer Convention zu sein, die dann doch eher dem amerikanischen Stil gewidmet ist, aber was bedeutet amerikanischer Stil hier überhaupt ?

Es gibt ja nicht gerade wenige Menschen die sich mit Amerika beschäftigen und den dortigen sehr bekannten Comic Conventions, auf denen regelmäßig Neuheiten erscheinen. Dort erwartet man viele Cosplayer. Neuheiten zum Comicmarkt und einen Platz für sein Hobby. Sie unterscheiden sich also im Basiskonzept wenig von dem was wir gewohnt sind. Was sich definitiv unterscheidet ist die Handhabe mit den Ehrengästen. Während es Künstler bei uns, als Service an den Fans verstehen und wenn Geld im Spiel ist, dann eben maximal für eine Autogrammkarte des Stars beziehungsweise ein Poster. Dabei war das höchste was ich dieses Jahr erlebt habe ein Poster für zehn Euro für ein asiatisches Model. Bei uns ist dies dann eben das höchste der Gefühle, während es in Amerika üblich ist seinem Lieblingskünstler dann eben 50 Euro in die Hand zu drücken. Dabei variiert der Preis schon mal von Star zu Star. Dies gilt ebenso wie für Fotos mit den Stars, als auch für Fotografien mit Unterschrift. Dort eine Sammlung aufzubauen ist also auf normalen Wege ein sehr kostspieliges Unterfangen.

Insgesamt war dies das Konzept was ich im Kopf hatte plus Informationen und Kaufmöglichkeiten zu Superman und Captain Amerika, gerade wo die neuesten Filme der beiden erst jüngst auf DVD und Blue Ray erschienen sind. Was ich dann bekam war auch das was man dann während der laufenden Veranstaltung in den sozialen Medien mitbekam.

Die Convention war aufgebaut aus 2 recht großen Hallen, indem man links die Fläche für die Unterschriften fand, sowie einen abgegrenzten Bereich, der als Hauptbühne fungieren sollte.

Insgesamt hatte man im Bühnenbereich das gleiche Gefühl wie auf der Leipziger Buchmesse. eine Bühne abgegrenzt mit dem Lärm der im Shoppingrausch verfallenen Masse. Das ist prinzipiell ja nichts falsches und für eine Messe ist das auch so völlig okay. Für eine Convention, wo man gewohnt ist ein Bühnenprogramm in einer entsprechenden Geräuschkulisse zu erleben, ist das etwas anderes. Was man hier dann auch als Bühnenprogramm bekam, waren dann Interviews mit den Stars. Was dann für Fans der Stars eine schöne Sache ist.

Der Rest der Hallen bestand dann aus Ständen an denen man Manga, Anime oder Filme erwerben konnte. Also dann doch sehr wenig zu amerikanischen Comics, sondern eben mehr zu dem was wir so kennen. Insgesamt war wohl das was sich viele vorstellten, weniger das was hier präsentiert wurde. Es fühlte sich auch mit den Massen eher an wie eine Leipziger Buchmesse 2.0 an, als wie eine Convention rund um Batman & Co. Auch wenn man rein von der Optik und den Cosplays eher an letzteres erinnert worden ist.
Wenn man das grundsätzliche Konzept vergleicht, was man sich hier vorstellt, so kann man als deutscher ja etwas verschmerzen, dass man für Unterschriften zahlen soll. Immerhin geht es eben um die Comics, so wie es auf unseren Conventions um Manga geht, aber selbst dahingehend war der Fokus fast nicht bemerkbar. So schön die Aufmachung mit dem originalgetreuen aus “Zurück in die Zukunft” sich auch inmitten der ebenso schön anzusehenden Cosplays auch machte.

Insgesamt hat man hier versucht etwas schönes auf die Beine zu stellen. Für viele ältere Fans waren Ehrengäste da die in Filmen gespielt haben, die älter sind als manch so ein Leser hier. Im Prinzip ja eine tolle Sache, dass man dann aber einen spürbaren Fokus auf das bezahlen für Autogramme liegt und recht wenig auf Comics selbst, um die es dann eigentlich gehen sollte, ist dann doch schade. So schön die Aufmachung dann auch war.